Firmengründung


Der Schritt in die Selbstständigkeit – So gelingt Ihr Auftritt beim Geldgeber

Sie haben eine zündende Verkaufsidee und wollen ein Unternehmen gründen? Dann sind Sie womöglich zunächst auf externe Gelder angewiesen. Ein Gespräch mit Banken, Business-Angel oder anderen Geldgebern ist nun unausweichlich. Was Sie für eine derartige Unterredung wissen müssen und welche Erfolgsfaktoren Ihr Unternehmen auf die Zielgerade bringt, erfahren Sie im nachfolgenden Artikel.

Vor jeder Firmengründung sollten Sie sich mit einer Reihe von Fragen auseinandersetzen. Haben Sie bereits an Nachfolgendes gedacht:

  1. Den Arbeitsumfang (Haupt- oder Nebenerwerb)?
  2. Einen AußenauftrittDomain und Firmenlogo?
  3. Einen Businessplan?
  4. Die Finanzierung des Vorhabens?
  5. Einen Firmennamen?
  6. Die Annahme von Hilfe – beratungstechnischer und finanzieller Art?
  7. Ein Unternehmenskonto?
  8. Optionen der Kundenakquise?
  9. Den Schutz Ihrer Marke(n)?
  10. Die Rechtsform Ihres Unternehmens?
  11. Die Standortfrage?
  12. Relevante Versicherungen?
  13. Sowie an Anmeldungen, Genehmigungen und Zulassungen?




1. Der Businessplan ist die Visitenkarte Ihres zukünftigen Unternehmens

Wenn Sie zu Banken und Investoren gehen, so legen Sie diesen Ihren Businessplan vor. In einigen Fällen verlangen diese jedoch zunächst eine maximal 2 Seiten lange Zusammenfassung bzw. „Executive Summary“ des Gründungsvorhabens. Betrachten Sie dies als ein Kurzporträt Ihres Geschäftsmodells, indem Sie alle wesentlichen Faktoren kompakt erläutern. Fakt ist, ohne den Businessplan gibt es für Sie kein Geld von der Bank und wahrscheinlich auch von keinem anderen Geldgeber. Doch vergessen Sie nicht, dass ein Businessplan auch ein Dokument für Sie selbst ist. Schließlich scheitern fünfzig Prozent aller Neugründungen innerhalb der ersten fünf Jahre nach dem Start in die Selbstständigkeit wegen mangelnder Vorarbeit. Kritische Bereiche der Geschäftsidee wie Marktpotenzial, Umsetzung und Zielgruppe werden in einem gut ausgearbeiteten Businessplan nachhaltig ausgewertet. Probleme und Wissenslücken in Bezug auf das eigene Gründungsvorhaben werden erst in der Bearbeitung desselbigen sichtbar.

Abbildung 1: Ein Start-Up zu gründen, ist leicht. Doch es zu halten, ist schwer. Die Zeit wird dies beweisen.
Quelle: pixabay.com © geralt (CC0)

Wesentlich für die Überzeugungskraft Ihres Businessplans ist es, die Geschäftsidee in zwei bis drei Sätzen konkretisieren zu können. Sie müssen außerdem, leicht verständlich, herausstellen, was Ihr Unternehmen von der Konkurrenz differenziert. Denken Sie daran, dass ein Nutzen für den Kunden von verschiedenen Faktoren herrühren kann: Preis, Qualität und Service. Eine ausführliche Marktanalyse ist in Ihrem Businessplan daher unerlässlich. Ihren „Unique Selling Point“ finden Sie dort, wo die Leistung oder der Service der Konkurrenz aufhört. Für die Erstellung eines makellosen Businessplans lohnt es sich, nachfolgendes Video zu konsultieren:



Weitere nützliche Tipps, Tools und Vorlagen für Ihren Businessplan finden Sie hier.



2. Kleider machen Leute: Ihr perfektes Outfit beim Geldgeber

Sie denken Mode-Etiketten hätten nur den Sinn, sich von ihr zu befreien? Dann laufen Sie Gefahr bei Ihrem Bank-Gespräch in eine Sackgasse zu laufen. Schließlich herrscht nicht nur vereinzelt in Führungsetagen, sondern auch allgemein in zahlreichen Firmen wie beispielsweise der Schweizer Großbank UBS eine strenge Kleiderordnung. Der „Matthäus-Effekt“ beweist: Nur wer erfolgreich Auftritt, der wird auch Erfolg ernten. Wichtig ist also beim Gespräch mit dem Geldgeber der persönliche Eindruck, den Sie hinterlassen. Dazu gehört selbstverständlich ein richtig sitzendes Business-Outfit sowie eine optimale Vorbereitung auf das Gespräch. Die Proportionen Ihrer Kleidung müssen also unbedingt stimmen und diese sollte einwandfrei geschnitten sein. Ebenso ist ein Blazer absolut Pflicht. Hierfür gibt es keine Alternativen. Wie soll letztlich ein Bankberater davon ausgehen können, dass Sie Führungsqualitäten besitzen, wenn Sie das in Ihrem Erscheinungsbild nicht ausstrahlen können?

Abbildung 2: Ihr Business-Outfit steht symbolisch für Ihre Kompetenz, ein Unternehmen führen zu können
Quelle: unslash.com © Hunters Race (CC0)

Mode hat stets Symbol-Charakter. Damit Sie dieses ästhetische Spiel mit Zeichen meistern können, sollten Sie folgende Tipps beachten:

Bereich Dresscode
Accessoires Die Augen Ihres Gegenübers sollten stets auf Ihrem Gesicht ruhen. Achten Sie daher auf Accessoires, welche die Blicke Ihres Opponenten natürlich zu Ihrem Gesicht führen. Wichtig ist hierbei: Überladen Sie sich nicht!
Farbe Die Farbe Ihrer Kleidung hängt stets von den Anforderungen des Auftritts ab. Braun, Grau und Marineblau wirken ruhig und seriös – optimal für Moderationen und Präsentationen. Wer eine vertrauensvolle Atmosphäre erzeugen möchte, kann auch zu hellen Farben bzw. Cremetönen greifen. Schwarz hingegen gilt stets als die Farbe der Distanz und der größtmöglichen Sachlichkeit. Konfrontative Meetings bieten sich hierfür an.
Haare Die Haare müssen top gepflegt sein. Bei Damen ansonsten zumindest zusammengebunden.
Make-Up Das Wichtigste ist hierbei stets eine gesunde Haut. Wer mit Augenringen, Pickeln oder Rötungen zu kämpfen hat, benötigt eine perfekt auf den Hautton abgestimmte Schminke. Ansonsten gilt: Besser weniger als mehr!
Schuhe Sie sollten stets Schuhe tragen, in denen Sie souverän gehen können und seriös aussehen. Die Farbe der Schuhe sollte dabei der Kleidung entsprechen bzw. dunkler sein.




3. Mit welchem Verhalten und Wissen kann ich beim Geldgeber punkten?

Die Aufzugspräsentation: Reduzieren Sie die Dauer des Vortrags über Ihre Geschäftsidee auf etwa 2 Minuten. Denn wenn die sogenannte Aufzugspräsentation bzw. „Elevator Pitch“ überzeugt, dann überzeugt auch Ihre Unternehmensgründung. Getreu dem Motto: Keep it simple!

Finanzielle Sicherheiten für die Bank: Besitzen Sie Aktien oder Anleihen, Fonds, Guthaben bei Bausparkassen, Immobilien, Rückkaufswerte bei Lebensversicherungen oder sonstige Wertpapiere? Die Bank muss dies wissen und kann diese Sicherheiten entsprechend verbuchen. Im Zweifelsfall akzeptieren Banken auch Einrichtungen, Fahrzeuge und besondere Waren. Sie können eine Bürgschaft von einer Person mit einer sehr guten Bonität vorweisen? Dann werden Sie in der Bank kaum auf Hindernisse stoßen.

Ihren Kapitalbedarf genau kalkulieren: Beziffern Sie dem Geldgeber nachvollziehbar und transparent, wieviel Geld Sie brauchen, und bedenken Sie dabei auch die Höhe Ihrer Lebenshaltungskosten. Gehen Sie dabei auch von einer Anlaufphase aus, in der Sie keine Überschüsse generieren werden. Bringen Sie zum Bankgespräch ebenfalls jede Art von relevanten Verträgen mit.

Kenntnisse von Branche und Vokabular: Um in einem Bankgespräch einem professionellen Bankberater einigermaßen auf Augenhöhe zu begegnen, ist es von grundlegender Wichtigkeit, dass Sie sich im Voraus mit den üblichen Fachbegriffen im Bankwesen sowie mit allen Finanzierungsmöglichkeiten der Kreditwirtschaft vertraut machen. Ebenso sollten Sie sich hinreichend Wissen über die bevorzugte Branche Ihres Unternehmens einholen.

Zuguterletzt: Schenken Sie Ihrem Geldgeber das nötige Vertrauen und zögern Sie nicht, diesem vertrauliche Unterlagen auszuhändigen. So legen Sie die Basis für eine erfolgreiche Unternehmensgründung!

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